Auf einen Schnaps nach Hengchun


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Der Regen scheint fast ganz Taiwan fest im Griff zu haben, und wir flüchten an den einzigen Ort, an dem es laut Wetterbericht sonnig und warm ist: Hengchun, nahe Kenting, ganz am südlichen Ende der Insel. Die Gegend ist bekannt für ihre Korallenformationen, die vor tausenden von Jahren durch tektonische Aktivitäten aus dem Meer auf den Gipfel der Berge gewandert sind. Außerdem gibt es eine spektakuläre Küste, und sogar einen Surf-Spot!

Taiwan ist nur knapp 400 km lang, dank unseres verschobenen Tagesrythmus und des Besuchs des 101 starten wir aber recht spät aus Taipei, und kommen erst spät abends im Hengchun an. Die Suche nach dem Hostel gestaltet sich recht schwierig, in der Straße gibt es nur normale Wohnhäuser. Dank einer sehr hilfsbereiten Familie, die wir auf der Straße ansprechen, finden wir zunächst die angegebene Adresse, hier stehen wir allerdings vor der verschlossenen Tür eines Reihenhauses. Auf Anruf kommt ein schläfriger Mitarbeiter mit seinem Moped angeknattert und fährt uns mit seinem Auto ans andere Ende der Stadt, wo sich das Hostel befindet.

Hengchun ist ein kleines, ein wenig verschlafenes Städtchen unweit der Küste. Touristisch ist es hier nicht besonders, denn die meisten Touristen konzentrieren sich im nahe gelegenen Kenting. Es gibt einige historische Fragmente wie ein altes Stadttor, durch das vor langer Zeit mal eine Bahnlinie geführt hat. Was man sich bei der geringen Höhe eigentlich kaum vorstellen kann. Ein kleiner Ausflug führt uns außerdem zum nächstgelegenen Strand, mit der schönen Wegbeschreibung “direkt neben dem Atomkraftwerk”. In den warmen Strömen des Kühlwassers badet es sich besonders angenehm! Tatsächlich tummeln sich hier dichtgedrängt die Familien am Strand und die Bananenboote und Jetskis im Wasser. Schön zum gucken, schlecht zum entspannen.

In Hengchun gibt es außerdem viele kleine Restaurants und einige Straßenstände, an denen man sich Gemüse und Fleisch aus der Auslage aussucht, dass dann entweder frittiert oder gekocht wird. Bei vielen Dingen in der Auslage sind wir mehr als unsicher, um was es sich genau handelt, aber einiges sieht doch vertrauenserweckend  genug aus, und eine Alternative zum omnipräsenten Convenience Food ist uns ganz recht. Während wir unsere frittiertes Leckereien verspeisen, werden wir promt auf Bier eingeladen. Dank Übersetzerapp und rudimentärem Englisch können wir uns mit unseren Gastgebern unterhalten, und lernen auch das eine oder andere Schriftzeichen. Später wird dann gemeinsam eine Flasche des lokale Schnaps Kaoliang geleert, welcher aus fermentierter Mohrenhirse gewonnen wird und einem die Schuhe auszieht.

Es stellt sich heraus, dass die illustre Runde zur selben Zeit wie wir in Japan sein wird. Das sich unsere Wege kreuzen ist jedoch äußerst unwahrscheinlich, da deren einziges Ziel die japanische Ausgabe von Disney Land sein wird.

Als der Kaoliang schon nicht mehr so fies im Hals brennt, weil wir ihn mittlerweile mit Wasser verlängern und die Flasche schon fast leer ist, zeigt uns einer unserer Gastgeber ein Youtube Video von einem winzigen Elektrogefährt, das offenbar insbesondere dafür entwickelt wurde, den Fahrer ordentlich im Kreis zu drehen. Es bleibt nicht bei dem Video. Es stellt sich heraus, dass er stolzer Besitzer dieser grandios überflüssigen Erfindung ist und so drehe ich eine Runde. Die Fliehkräfte bei der Drehung um die eigene Achse wirbeln mich ordentlich durch, kann aber auch am Kaoliang liegen. Definitiv ist das Gerät einige Nummern zu klein für mich.

Trotz des günstigen Hostels und der netten Menschen in Hengchun beschließen wir weiterzuziehen. Ein Grund mag sein, dass unser Hostel ausgebaut wird und wir so morgens von der Kreissäge oder dem Soundsystem geweckt werden, dass gemeiner Weise direkt vor unserem Fenster aufgestellt wird und weil das recht weit weg ist von der Baustelle, dann auch voll aufgedreht werden muss. Ein anderer könnte aber auch die Nähe Kentings zum Meer sein, dass wir dort direkt vor der Haustür haben.

Also: Flucht nach vorn nach Kenting.

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